Augustusburg im Erzgebirge.
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Historisches Kalenderblatt

  • 25. Oktober 1762 Siebenjähriger Krieg - Die Soldaten drangsalieren die Bürger
Den 25. Oktober, abends um 7 Uhr, rückten die hier stehenden Soldaten hinaus nach Waldkirchen, da in einer viertel Stunde 22 Boten geschafft werden mussten. Da sich nun kein Preuße hatte sehen lassen, rückten sie wieder ein, wo ihnen auch sogleich 58 Portionen Brot verschafft werden mussten. Sie betrugen sich überaus schlecht, denn wenn ihnen der Wirt kein Fleisch brachte, haben sie ihm das Essen vor die Füße geworfen.
  • 27. Oktober 1762 Siebenjähriger Krieg - Die stadt wird Huptquartier
Den 27. Oktober, nachmittags, kam unvermutet ein Korps von der Reichs-Armee aus Marienberg hier an und lagerten sich hier um die Stadt herum, schlugen das Lager von dem Galgensberg [Galgenberg] an über Grünberg nach Hochenfichte und Metzdorf auf; das Hauptquartier kam nach Stadt Schellenberg, welches aus drei Generalen bestand, nebst ihren Obersten und Majoren. Das Exekutions-Kommando musste ausrücken. Es wurden 6 Wachstuben und Ordonanzen eingerichtet. Man sah nichts als Händler und Marketenderinnen laufen. Auf dem Markte hatten sie Feuer angemacht, da kochten sie Kaffe zum Verkauf; Buden hatten sie aufgeschlagen, worin sie allerhand zu verkaufen hatten. Auf den Feldern wo sie standen wurde alles verwüstet und ruiniert an Zäunen und an Scheunen. Die Händler kauften alles zusammen. Der Scheffel Korn kostete 18 Taler; es war auch kein Brot mehr zu haben.
  • Oktober 1838 - Die Schule in Hennersdorf wird eingeweiht
Im Monat Oktober wurde das neue Schulhaus zu Hennersdorf eingeweiht, wo die wohllöbliche Kantorei, sowie ein Kommando Schützen zugegen waren, welche nachher bei dem Begüterten Fürchtegott Felber eine Ergötzlichkeit bekamen.
  • 31. Oktober 1839 - Die Stadt feiert das Reformationsfest
1839, am 31. Oktober, wurde das dreihundertjährige Jubelfest der Einführung der Reformation in Sachsen, gefeiert, welches in allen
sächsischen Orten auf das Feierlichste begangen wurde. Tags vorher wurde eine ganze Stunde gelauten. Früh 4 Uhr fiel ein Böllerschuss, worauf
die Reveille der Bürgerschützenerfolgte und dann wieder eine Stunde gelauten wurde. Hierauf wurde im Lindengarten von der Kantorei das Lied: "Ein' feste Burg ist unser Gott etc." unter Begleitung der Posaunen gesungen. Nach 8 Uhr versammelte sich das Schützen-Korps bei ihrem Hauptmann, die Innungen bei ihren Oberältesten, die Weberinnung aber auf dem Meisterhause, die Schuljugend der Stadt und der Dorfschaften in der Schule. Gegen drei Viertel 9 Uhr stellte sich die Schuljugend auf dem Markte in einen Kreis auf, und die Innungen umschlossen die Jugend; dann wurde abermals das Lied: "Ein' feste Burg etc." unter Posaunenbegleitung gesungen und nach  Beendigung eines jedes Verses erfolgte ein Böllerschuss. Endlich setzte sich der Zug in Bewegung und zwar in folgender Ordnung: Die Bürgerschützen eröffneten den Zug, marschierten durch den Kreis, die Gasse hinter, bei dem alten Brauhaus herum und den Markt herauf, obgleich die Witterung nicht günstig war, denn es hatte früh sehr geschneit. Die Innungen hatten zu diesem wichtigen Feste alle neue Fahnen. Nach der Predigt wurde von den Bürgerschützen dreimal abgefeuert. Als nun der Gottesdienst beendigt war, zogen sämtliche Innungen und die Bürgerschützen wieder in derselben Ordnung aus der Kirche. Abends war
Illumination, wobei sich das Lehngericht und das Haus des Herrn Bürgermeister Kindermann besonders auszeichneten. Auch die Schankwirtschaft des Herrn Näser, welche jetzt Herr Beyer besitzt, zeichnete sich von andern aus, denn es war ein kleines Altar errichtet, worauf sich das Bildnis Luthers befand. Gegen 9 Uhr war Zapfenstreich von den Bürgerschützen, welcher das Fest beendigte. Auch wurde von dem Hammerschied Herrn Weinhold in Erdmannsdorf ein Feuerwerk gegeben.
 
  • 6. November 1761 Siebenjähriger Krieg - Verdächtiger auf der Flucht
Den 6. November hat der hiesige Amtslandrichter mit Zuziehung des Amtsfron und etlichen Bürgern, die Verhaftung von Johann Christoph Fuchsen instruiert, auf welchen Verdacht kam, dass er den Amtsschreiber erschossen haben sollte. Da sie ihn nun im Metzdorfer Gericht glücklich antrafen, so hat ihn der Amtslandrichter nach seiner Instruktion durch den Amtsfron schließen lassen, welcher ihm denn auch die Hände vorne zusammenschloss, worauf sie mit ihm fortgingen. Weil sie aber über die Brücke gingen, hatte der Landrichter nach seiner Instruktion den jüngsten Bruder mit sollen zu Amte bringen, welcher sich auf dem Fischhause befand, so ging er dahin, nimmt nicht mehr als einen Bürger mit und denkt, weil er lahm ist, denselben schon fortzubringen, kommt auch glücklich zum wohllöblichen Amte. Da er nun gedachten Fuchsen den bei sich habenden Amtsschöppen Johann Christoph Fischer, Bürger und Weißbäcker, und dem Amtsfron nebst deinem Bürger übergeben. Wie sie nun den Berg herauf nach dem Fichtner Gute gehen, stehet gedachter Fuchs stille, wendet sich um, zieht die Hände aus der Kette heraus, springt den Berg hinunter nach dem Wasser zu, dass ihn Niemand einholen kann schwimmt er durch das Wasser, welches flößig war, und läuft in den Busch hinein. Sie haben ihn zwar verfolgt, aber nicht bekommen.
  • 6. November 1831 - Großer Stadtbrand durch Brandstiftung
In der Nacht vom 6. zum 7. November, gegen 1 Uhr, brach abermals Feuer aus, und zwar in einer Scheune, in dem Hause, was jetzt der Fleischermeister Lorenz besitzt, wobei die alte Stadtkirche und neun Häuser gänzlich abbrannten, und eines abgetragen werden musste. Es war noch ein Glück, dass es etwas geregnet hatte. Man war in großer Angst; auch wusste man wohl, dass es angelegt war. Eine Person, auf die der Verdacht fiel, ward arretiert; der Hammerschmied Weinhold in Erdmannsdorf und der Polizeidiener Hunger waren aufmerksam geworden, und ließen ihn festnehmen. Es vergingen mehrere Tage, wo die Einwohner in der größten Angst waren. Es wurde ruchbar, dass er es gestanden hätte, was bei aller Not doch einige Beruhigung war. Er hieß Carl Gottlob Eller.
  • 9. November 1834 - Das Lutherdenkmal wird eingeweiht
Den 9. November wurde Luthers Denkmal unter den drei Eichen auf dem Schlossberge gesetzt. Am Tage vorher, den 8. November, hatten die Bürgerschützen Wache dabei, bis den 9. November nachmittags 2 Uhr. Bei dieser Feier beteiligte sich sowohl die Schuljugend aus der Stadt, als
auch vom Lande mit ihren Lehrern. Die Schützen bildeten einen Kreis um die Jugend, um die Honoratioren und um die Geistlichen, welche sich ebenfalls dem Zuge angeschlossen hatte. Die wohllöbliche Kantorei war mit Gesang und von Trompeten und Pauken begleitet, gleichfalls bei dieser Festlichkeit, wobei Herr Pfarrer Grohmann und dann Herr Gerichtsamtmann Förster eine Rede hielten, worin Letzterer die Schriften von dem Jubelfeste und andere Nachrichten, welche sich in dem Monumente befinden, erwähnte. Hierauf hielt Herr Vikar Körner noch eine Rede, und mit dem Gesange: "Nun danket alle Gott etc." wurde das Fest beschlossen.
  • 1. November 1861- Die Schule in Borstendorf wird eingeweiht
Auch wurde 1861 ein neues Schulhaus gebaut, was der Gemeinde 6.000 Taler kostet und am ersten November 1861 eingeweiht wurde.
 
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