Augustusburg im Erzgebirge.
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Historisches Kalenderblatt

  • 23. August 1762 Siebenjähriger Krieg - Die Preußen nehmen erneut Geiseln um Geld zu erpressen
Den 23. brachten sie aus den allhiesigen Amtsdorfschaften 12 Mann als Geiseln, von jedem Dorf zwei Mann, welche auch in das Lehngericht in Arrest kamen. Den 24. legten sie sich wieder hinaus auf die Dorfschaften auf Exekution. Den 27. kam das ganze Kommando wieder hier in die Stadt, hatten viele Lieferung an Hafer und Heu bei sich, sie marschierten aber sogleich von hier wieder ab und nach Freiberg, nahmen auch die drei Mann von Wolkenstein mit, weil der Ort noch keinen Anfang zur Bezahlung gemacht hatte; die von den Dorfschaften wurden wieder freigelassen, weil ein jedes Dorf den dritten Teil abgezahlt und gelobt hatte, das Übrige in kurzer Frist zu bezahlen. Es haben die Exekutionsgebühren bei dem Abmarsch noch auf drei Tage müssen im Voraus bezahlt werden, das also das Amt ohne Portion und Ration 399 Taler 16 Gute-Groschen hat bezahlen müssen, mit Portion und Ration gegen 1.500 Taler.
  • 24. August 1813 Napoleonische Kriege - Die Franzosen rücken an und lagern um die Stadt
Man wusste noch nichts. Der Sonntag verging in banger Erwartung. Als es Nacht wurde, sah man mit Erstaunen die unzähligen Biwakfeuer, am meisten aber in der Gegend von Großwalterdorf. Die Nacht wurde in der größten Angst dahingebracht. Endlich hörte man am 27. und 28. August, dass Napoleon abermals gesiegt habe und die Verbündeten sich hätten zurückziehen müssen. Um Gewissheit darüber zu haben, wurden Boten von Seiten des Amtsmann Gottschald nach Oederan geschickt, um genaue Erkundigungen einzuholen. Diese Boten wurden jedes Mal wieder von einem andern abgelöst. Die Armee war aber wieder über Gränitz und Großwalterdorf zurück nach Böhmen. Am meisten hatte Großwalterdorf gelitten. Die armen Einwohner waren fast um alles gekommen. Auch hatte der Herr Lehnrichter Martin sein Richteramt niedergelegt, und der Herr Bürgermeister Kindermann war von Seiten des Amtsmann Gottschald als Vizerichter ernannt worden.
  • 24. August 1823 - Jägerhof brennt
Den 24. August brannten 12 Häuser auf dem Jägerhof und 4 Scheunen, welche zur Stadt gehörten, gänzlich ab. Das Feuer kam des Nachts gegen 12 Uhr in einer Scheune aus und Niemand wusste wodurch.
  • August 1848 Revolution - Chemnitzer Revolutionäre werden auf dem Schloss gefangen gehalten
Ende August brachten auch Unruhen in Chemnitz aus, welche nicht ohne Blutvergießen vorübergingen. Von den Beteiligten wurden 5 Wagen voll auf das Schloss gebracht, unter Kavallerie- und Infanterie-Bedeckung; zugleich auch mehrere Wagen mit Waffen. Nun wurde die hiesige Kommunalgarde in Anspruch genommen. Weil das aber eine große Beschwerde für die Bürger war, so kam ein Kommando von dem Leibregimente her, welche bei den Bürgern einquartiert wurden. Weil aber die Beteiligten nach und nach wieder entlassen waren, so ging auch das Kommando wieder von hier ab.
 
  • 7. September 1665 - Lehnrichter wird sein eigenes baufälliges Lehngericht zum Verhängnis
Anno 1664 Martin Rüger, dieser ist 7. September 1665 nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr im Gerichte selbst, hinten übern Stall auf den Heuboden gegangen, und weil alles baufällig gewesen, durch den Boden gebrochen, mit dem Kopfe an die Mauer gefallen, so dass er ohne Verstand in 6 Stunden darauf im 49. Jahre seines Alters verstarb.
  • Anfang September 1762 Siebenjähriger Krieg - Die Ernte geht zuerst an die Preußen
Den 4. September hat das Amt Augustusburg einen Weichschein auf 8 Tage erhalten; wenn aber die Bezahlung dann noch nicht erfolgen sollte, so müsste die Exekution verdoppelt werden. Den 9. September wurde wieder Lieferung verlangt; weil aber die Ernte noch auf dem Feld war, wurde unterhandelt, und diese Lieferung musste mit 480 Taler binnen 24 Stunden bezahlt werden. Wie die Ernte ihren Anfang genommen hatte, musste Sonntags und Wochentags gedroschen werden, damit nur geliefert werden konnte.
  • 9. September 1838 - Besuch des Königs Friedrich August
1838, den 9. September, kam der König Friedrich August nebst Gemahlin auf das Schloss Augustusburg und blieben bei dem Herrn Amts-Inspektor Kaden über Nacht. Die Begeisterung der Einwohner Schellenbergs war groß, und bei dem Lehngericht wurde eine Ehrenpforte gebaut. Viele von den benachbarten Ortschaften hatten sich eingefunden; die Bürgerschützen hatten sich in Parade auf dem Schlosshof aufgestellt. Um halb 6 sechs Uhr traf der König nebst Gemahlin in einem offenen Wagen hier ein. Die beiden Schützen, Moritz Lange und Friedrich Köhler, standen als Ehrenwache bei dem Herrn Amts-Inspektor Kaden. Abends gegen 9 Uhr war Zapfenstreich mit Begleitung von 150 bunten Laternen. Auch wurde diese feierliche Empfangnahme durch das schönste Wetter begünstigt. Abends brannte auf dem Schlosshof eine Pechpfanne, und Pechfackeln wurden dabei verwendet. Den 10. September reisten die Königlichen Majestäten von hier nach Zschopau, wobei es aber regnete.
 
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